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Glossar T – Z

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Überbewusste Wahrnehmung: Die allwissende Kraft der Seele, welche die Wahrheit direkt wahrnimmt; Intuition.

 

Überbewusstsein: Das reine, intuitive, allsehende, ewig glückselige Bewusstsein der Seele. Manchmal wird dieser Begriff ganz allgemein für die verschiedenen Zustände des Samadhi(s.d.) verwendet, die man in der Meditation erlebt, besonders aber für den ersten Zustand des Samadhi, in dem man das Ichbewusstsein verliert und sein Selbst als die Seele erkennt, die Gott zum Ebenbild erschaffen ist. Danach folgen die höheren Stadien der Verwirklichung: Christusbewusstsein (s.d.) und Kosmisches Bewusstsein (s.d.).

 

Upanischaden: Die Upanischaden oder der Vedanta (wörtlich »Ende der Veden), die an bestimmten Stellen der vier Veden erscheinen, sind wichtige Zusammenfassungen, welche die doktrinäre Grundlage der hinduistischen Religion bilden.  

 

Vedanta: Wörtlich »das Ende der Veden«; die Philosophie, die aus den Upanischaden – dem letzten Teil der Veden – stammt. Shankara (8. oder frühes 9. Jahrhundert) war der größte Verfechter des Vedanta, in dem dargelegt wird, dass Gott die einzige Wirklichkeit und die Schöpfung im Wesentlichen eine Täuschung ist. Da der Mensch das einzige Geschöpf ist, das Gott begreifen kann, muss er selbst göttlich sein; daher ist es seine Pflicht, sein wahres Wesen zu erkennen.

 

Veden: Die vier heiligen Schriften der Hindus: Rig-Veda, Sama-Veda, Yajur-Veda und Atharva-Veda. Sie bestehen im Wesentlichen aus Gesängen, Riten und Rezitationen, welche alle Lebensbereiche und Tätigkeitsgebiete des Menschen anregen und vergeistigen sollen. Unter den überaus zahlreichen Texten Indiens sind die Veden (von der Sanskritwurzel vid, »wissen«) die einzigen Werke, die keinen Verfasser aufweisen. Der Rig-Veda führt die Hymnen auf einen göttlichen Ursprung zurück und berichtet uns, dass sie aus »grauer Vorzeit« stammen und später in eine neue Sprache gekleidet wurden. Da die vier Veden den Rishis (»Sehern«) von einem Zeitalter zum anderen durch göttliche Offenbarungen mitgeteilt wurden, heißt es, dass sie Nityatva, d.h. »zeitlose Gültigkeit«, besitzen.

 

Verlängertes Mark: Die Struktur des Gehirns an der Schädelbasis (am oberen Ende der Wirbelsäule) ist der wichtigste Punkt, an dem die Lebenskraft (Prana) in den Körper eintritt. Sie ist der Sitz des 6. Zentrums in der Wirbelsäule, dessen Aufgabe darin besteht, die einströmende kosmische Energie aufzunehmen und weiterzuleiten. Die Lebenskraft wird im 7. Zentrum (Sahasrara), das sich im obersten Teil des Gehirns befindet, gespeichert. Aus diesem Reservoir wird sie im ganzen Körper verteilt. Das feinstoffliche Zentrum im verlängerten Mark ist der Hauptschalter, welcher das Einfließen, die Speicherung und die Verteilung der Lebenskraft lenkt.

 

Wiedergeburt: Siehe Reinkarnation.

 

Yoga: Aus der Sanskritwurzel yuj = »Vereinigung«. In der Hindu-Philosophie lautet die höchste Bedeutung des Wortes Yoga: Vereinigung der individu­ellen Seele mit dem GEIST durch wissenschaftliche Meditationsmethoden. Innerhalb des breiten Spektrums der Hindu-Philosophie stellt der Yoga eines von sechs orthodoxen Systemen dar: Vedanta, Mimamsa, Sankhya, Vaisheshika, Nyaya und Yoga. Es gibt auch verschiedene Arten von Yoga-Methoden: Hatha-Yoga, Mantra-Yoga, Laya-Yoga, Karma-Yoga, Jnana-Yoga, Bhakti-Yoga und Raja-Yoga. Raja-Yoga, der »königliche« oder vollständige Yoga wird von der Self-Realization Fellowship gelehrt; es ist derselbe Yoga, den Bhagavan Krishna seinem Jünger Arjuna gegenüber in der Bhagavad-Gita preist: »Der Yogi ist größer als der Asket, der seinen Körper diszipliniert, größer sogar als jene, die dem Weg der Weisheit oder dem Weg des Handelns folgen; deshalb sei du, o Arjuna, ein Yogi!« (Gott spricht mit Arjuna –Die Bhagavad-Gita VI, 46) Der Weise Patanjali, der größte Vertreter des Yoga, hat acht wichtige Stufen beschrieben, durch die der Raja-Yogi den Samadhi, oder die Einheit mit Gott, erlangen kann. Diese sind 1. Yama, sittliches Verhalten; 2. Niyama, religiöse Gebote; 3. Asana, richtige Körperhaltung; 4. Pranayama, Herrschaft über Prana, die subtilen Lebensströme; 5. Pratyahara, Verinnerlichung, Zurückziehen der Sinne von den Gegenständen der Außenwelt; 6. Dharana, Konzentration; 7. Dhyana, Meditation; und 8. Samadhi, überbewusste Wahrnehmung; Vereinigung mit Gott.  

 

Yogi: Jemand, der Yoga (s.d.) praktiziert. Jeder, der eine wissenschaftliche Technik übt, um göttliche Verwirklichung zu erlangen, ist ein Yogi. Er kann verheiratet oder ledig sein, weltlichen Verpflichtungen nachgehen oder formelle religiöse Gelübde abgelegt haben.

 

Yogoda Satsanga Society of India: Unter diesem Namen ist Paramahansa Yoganandas Organisation in Indien bekannt. Sie wurde im Jahre 1917 von ihm gegründet. Ihr Hauptsitz, der Yogoda-Math, liegt am Ufer des Ganges bei Dakshineswar in der Nähe von Kalkutta und hat eine Zweigniederlassung (Math) in Ranchi/Jharkhand (früher Bihar) sowie viele Nebenstellen. Außer verschiedenen Yogoda-Meditations­zentren in ganz Indien hat die Yogoda Satsanga Society 17 Bildungsinstitute, von der Grundschule bis hin zur Universität. Yogoda – ein Wort, das Paramahansa Yogananda geprägt hat – leitet sich ab von yoga »Vereinigung, Harmonie, Ausgeglichenheit« und da = »das, was vermittelt«. Satsanga setzt sich zusammen aus sat »Wahrheit« und sanga »Gemeinschaft«. Für den Westen übersetzte Paramahansaji den indischen Namen mit »Self-Realization Fellowship« (s.d.).   

 

Yuga: Ein Zyklus oder Zeitabschnitt der Schöpfung, der in den alten Texten der Hindus erläutert wird. Sri Yukteswar (s.d.) beschreibt in seinem Buch Die Heilige Wissenschaft einen 24 000 Jahre umfassenden Äquinoktial-Zyklus und die Stellung, die der heutigen Menschheit darin zukommt. Dieser Zyklus ist Teil eines wesentlich längeren Weltall-Zyklus, der von den Rishis vor vielen Zeitaltern errechnet und im 16. Kapitel der Autobiographie eines Yogi erwähnt wird.

 

 

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