|
Glossar M – P

A - B  |  C - D  |  E - G  |  H - L  |  M - P  |  R - S  |  T - Z

 

Mahasamadhi: Aus den Sanskritwörtern maha = »groß« und Samadhi. Die letzte Meditation oder bewusste Vereinigung mit Gott, während der ein vollendeter Meister mit dem kosmischen OM-Laut verschmilzt und seinen irdischen Körper abwirft. Einem Meister ist der von Gott bestimmte Zeitpunkt, an dem er seine körperliche Wohnstatt verlassen wird, stets im Voraus bekannt. Siehe Samadhi.

 

Mahavatar Babaji: Der unsterbliche Mahavatar (»großer Avatar«), der im Jahre 1861 Lahiri Mahasaya in den Kriya-Yoga (s.d.) einweihte und damit der Welt die aus alten Zeiten stammende Technik der Befreiung wieder übermittelte. Seit Jahrhunderten lebt er in einem ewig jugendlichen Körper im Himalaja und sendet der Welt unaufhörlich seinen Segen. Seine Mission besteht darin, den Propheten bei ihren besonderen Aufgaben zu helfen. Viele Titel sind ihm schon gegeben worden, die seiner erhabenen spirituellen Größe gerecht werden, doch der Mahavatar hat im Allgemeinen den einfachen Namen Babaji angenommen, der sich aus dem Sanskritwort Baba = »Vater« und der Nachsilbe ji ableitet, die Respekt ausdrückt. Weitere Einzelheiten über sein Leben und seine geistige Mission werden in der Autobiographie eines Yogi berichtet. Siehe Avatar.

 

Mantra-Yoga: Göttliche Vereinigung durch hingebungsvolles, konzentriertes Wiederholen von Ur-Lauten, denen eine geistig heilsame Schwingungskraft innewohnt. Siehe Yoga.

 

Maya: Die täuschende Kraft, die der Struktur der Schöpfung innewohnt und bewirkt, dass der Eine als die Vielen erscheint. Maya ist das Prinzip der Relativität, der Umkehrung, des Kontrastes, der Dualität und Gegensätzlichkeit; der »Satan« (auf Hebräisch wörtlich »der Widersacher«) der alttestamentlichen Propheten; und der »Teufel«, den Christus bildhaft als »Mörder« und »Lügner« beschrieb, »denn die Wahrheit ist nicht in ihm«. (Johannes 8, 44).

 

Paramahansa Yogananda schrieb: »Das Sanskritwort Maya bedeutet ›die Messende‹; es ist die der Schöpfung inne­wohnende magische Kraft, die im Unbegrenzten und Unteilbaren scheinbare Begrenzungen und Teilungen hervorruft. Maya ist die Natur selbst – die Welt der Erscheinungen, die sich in ständigem Wandel befindet und somit im Gegensatz zur göttlichen Unwandelbarkeit steht.

 

In Gottes Plan und Spiel (Lila) besteht die einzige Aufgabe von Satan oder Maya darin, zu versuchen, die Aufmerksamkeit des Menschen vom GEIST auf die Materie, vom Wirklichen auf das Unwirkliche zu lenken. ›Der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre‹ (1. Johannes 3, 8). Das heißt, dass die Offenbarung des Christusbewusstseins, das dem Menschen innewohnt, die Trugbilder oder ›Werke des Teufels‹ mühelos zerstört.

 

Maya ist der Schleier der Vergänglichkeit in der Natur, der ständige Werdegang der Schöpfung, der Schleier, den jeder Mensch lüften muss, um dahinter den Schöpfer – die unwandelbare, ewige Wirklichkeit – zu schauen.«

 

Meditation: Im Allgemeinen, die verinnerlichte Konzentration, deren Ziel es ist, Gott zu wahrzunehmen. Wahre Meditation, Dhyana, ist die bewusste Erkenntnis Gottes durch intuitive Wahrnehmung. Diese Erkenntnis ist erst dann erreicht, wenn der Gottsucher sich so tief konzentrieren kann, dass er seine Aufmerksamkeit von den Sinnesempfindungen loslöst und völlig unberührt bleibt von den Sinneseindrücken aus der äußeren Welt. Dhyana ist die siebente Stufe von Patanjalis (s.d.) Achtstufigem Weg des Yoga. Die achte Stufe ist Samadhi (s.d.) – Vereinigung, Einssein mit Gott. Siehe Patanjali.

 

Meister: Einer, der Meister seiner selbst geworden ist. Auch eine respektvolle Anrede für einen Guru (s.d.).

 

Paramahansa Yogananda wies darauf hin, dass »die Merkmale, die einen Meister kennzeichnen, nicht körperlicher, sondern geistiger Natur sind. ... Wer beweisen will, dass er ein Meister ist, muss fähig sein, willentlich in den atemlosen Zustand einzugehen (Savikalpa-Samadhi), und er muss den Zustand unveränderlicher Glückseligkeit (Nirvikalpa-Samadhi) erreicht haben.« Siehe Samadhi.

       

Paramahansaji sagt weiter: »Alle heiligen Schriften erklären, dass der Herr sich den Menschen zum Bilde erschaffen und ihm Allmacht verliehen hat. Die Herrschaft über das Universum scheint übernatürlich zu sein, aber in Wirklichkeit wohnt diese Kraft jedem inne, der eine ›rechte Erinnerung‹ an seinen göttlichen Ursprung hat. Menschen, die Gottverwirklichung besitzen ... sind frei vom Ichbewusstsein (Ahamkara) und vom Entstehen von persönlichen Wünschen. Das Handeln wahrer Meister stimmt mühelos überein mit Rita, der natürlichen Rechtschaffenheit. Emerson schreibt, dass alle großen Persönlichkeiten ›nicht tugendhaft sind, sondern zur Tugend selber werden; dann ist der Zweck der Schöpfung erfüllt, und Gott hat großen Gefallen daran.‹«

 

Mensch, man: Diese Worte leiten sich von derselben Wurzel ab wie das Sanskritwort manas, Geist – die einzigartige menschliche Fähigkeit des rationalen Denkens. Die Wissenschaft des Yoga befasst sich mit dem menschlichen Bewusstsein aus der Sicht des SELBST (Atman), das im Wesentlichen androgyn ist. Da es keine andere Bezeichnung gibt, die diese psychologischen und geistigen Wahrheiten ausdrücken könnte, ohne in literarische Unbeholfenheit zu verfallen, ist der Gebrauch der Worte »Mensch« und »man« und ihrer Ableitungen hier nicht auf den maskulinen Aspekt begrenzt, der nur die Hälfte der menschlichen Rasse ausmacht, sondern wird in seiner ursprünglichen, umfassenderen Bedeutung verstanden.

 

Orden der Self-Realization Fellowship: Paramahansa Yogananda schrieb (in seinem Kommentar zur Bhagavad-Gita VI, 1): »Für solche, die sich auf demselben Weg befinden, den ich beschritten habe, und sich zu einem Leben vollständiger Entsagung berufen fühlen, weil sie Gott suchen und Ihm durch die Yoga-Ideale meditativer und nützlicher Tätigkeit dienen wollen, habe ich im klösterlichen Ordender Self-Realization Fellowship/Yogoda Satsanga Society of India die Sannyas-Linie des Shankara-Ordens weitergeführt; das ist der Orden, in den ich von meinem Guru aufgenommen wurde, nachdem ich das heilige Gelübde der Swamis abgelegt hatte. Die organisatorische Arbeit, die Gott, mein Guru und meine Paramgurus durch mich begonnen haben, wird nicht von weltlichen Angestellten weitergeführt, sondern von Menschen, die ihr Leben dem höchsten Ziel der Entsagung und Gottesliebe geweiht haben.«

 

Die Mönche und Nonnen des Ordens wohnen in den Ashram-Zentren der SRF und dienen dem weltweiten Werk Paramahansa Yoganandas auf vielerlei Weise. Unter anderem leiten sie Tempelgottesdienste und Wochenenden der inneren Einkehr (Retreats), halten Seminare und sind seelsorgerisch tätig; sie beraten jeden Monat schriftlich Tausende von Schülern, die diese Lehre studieren, und betreuen verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen der Self-Realization Fellowship.

 

OM (Aum). Die Sanskritwurzel oder der Ur-Laut, der jene Ausdrucksform der Gottheit symbolisiert, die alle Dinge erschafft und erhält; Kosmische Schwingung. Das OM der Veden wurde zum heiligen Wort Hum der Tibetaner, Amin der Muslims und Amen der Ägypter, Griechen, Römer, Juden und Christen. Die großen Religionen der Welt erklären, dass alle erschaffenen Dinge aus der kosmischen Energieschwingung des OM oder Amen, des Wortes oder Heiligen Geistes entstanden sind. »Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort ... Alle Dinge sind durch dasselbe [das Wort oder OM] gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.« (Johannes 1, 1. 3)

 

Amen bedeutet auf Hebräisch sicher, treu. »Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.« (Offenbarung 3, 14) Ebenso wie die Schwingung eines laufenden Motors ein Geräusch erzeugt, so legt der allgegenwärtige Laut des OM Zeugnis ab vom Laufen des »Kosmischen Motors«, der alles Leben und jeden Teil der Schöpfung durch seine Schwingungsenergie aufrechterhält. In den Lehrbriefen der Self-Realization Fellowship (s.d.) lehrt Paramahansa Yogananda Meditationstechniken, die dem Übenden helfen, Gott als OM oder Heiligen Geist zu erleben. Eine solch glückselige Verbindung mit der unsichtbaren göttlichen Kraft (»dem Tröster, dem Heiligen Geist« – Johannes 14, 26) ist die wahrhaft wissenschaftliche Grundlage des Gebets.

 

Paramahansa: Ein spiritueller Titel für einen Meister (s.d.). Er kann einem Jünger, der die nötigen Qualifikationen dafür hat, nur von einem wahren Guru verliehen werden. Paramahansa bedeutet wörtlich »höchster Schwan«. In den heiligen Schriften der Hindus ist Hansa oder Schwan ein Sinnbild spiritueller Unterscheidungskraft. Swami Sri Yukteswar verlieh seinem geliebten Jünger Yogananda diesen Titel im Jahre 1935.

 

Patanjali: Ehrwürdiger Exponent des Yoga, ein Weiser aus alter Zeit, der in den Yoga-Sutras die Prinzipien des Achtstufigen Yoga-Wegs aufgezeigt hat: 1. Beachtung sittlicher Verbote (Yama); 2. Einhaltung religiöser Gebote (Niyama); 3. Richtige Meditationshaltung (Asana); 4. Herrschaft über die Lebenskraft (Pranayama); 5. Verinnerlichung (Pratyahara); 6. Konzentration (Dharana); 7. Meditation (Dhyana); 8. Vereinigung mit Gott (Samadhi).

 

Prakriti: Kosmische Natur; allgemein die intelligente schöpferische Schwingungskraft, die aus dem GEIST hervorgeht, und welche die dreifache Manifestation (kausale, astrale und physische) des Universums und des menschlichen Mikrokosmos sowohl erschafft als auch zu ihr wird.

 

Besondere Begriffe: Maha-Prakriti ist die ursprüngliche undifferenzierte Schöpferische Intelligenz Gottes, die Schöpferische Mutter Natur oder Heiliger Geist, die durch die Kosmische Schwingung Ihres eigenen SELBST die ganze Schöpfung hervorbringt. Para-Prakriti (Reine Natur) und Apara-Prakriti (Unreine Natur) korrelieren mit den christlichen Begriffen Heiliger Geist und Satan – beziehungsweise die schöpferische Kraft, welche die Immanenz von Gottes schöpferischer Gegenwart in der Schöpfung ausdrückt, und die finstere Kraft der kosmischen Täuschung, welche die Göttliche Allgegenwart verdunkelt.

 

Prana: Funken intelligenter Energie (feinstofflicher als die Atomenergie), die das Leben ausmacht; sie werden in den heiligen Schriften der Hindus insgesamt als Prana bezeichnet. Paramahansa Yogananda hat den Begriff mit »Biotronen« übersetzt. Im Wesentlichen sind es verdichtete Gedanken Gottes, die Substanz der Astralwelt (s.d.) und das Lebensprinzip im stofflichen Universum. In der physischen Welt gibt es zwei Arten von Prana: 1. die kosmische Schwingungsenergie, die in der Schöpfung allgegenwärtig ist und alle Dinge aufbaut und erhält; 2. das spezifische Prana oder die Energie, die jeden menschlichen Körper durchdringt und durch fünf Ströme oder Funktionen erhält: Der Prana-Strom erfüllt die Funktion der Kristallisation; der Vyana-Strom, die des Blutkreislaufs; der Samana-Strom, die der Assimilation; der Udana-Strom, die Funktion des Stoffwechsels; und der Apana-Strom, die der Ausscheidung.

 

Pranayama: Bewusste Herrschaft über Prana (die schöpferische Schwingung oder Energie, die das Leben im Körper erzeugt und erhält). Die Yoga-Wissenschaft des Pranayama ist die direkte Methode, den Geist bewusst loszulösen von den Lebensfunktionen und Sinneswahrneh­mungen, die den Menschen an das Körperbewusstsein gebunden halten. Auf diese Weise befreit Pranayama das menschliche Bewusstsein, sodass es sich mit Gott verbinden kann. Alle wissenschaftlichen Techniken, die eine Vereinigung von Seele und GEIST ermöglichen, können als Yoga bezeichnet werden. Pranayama jedoch ist die höchste Yoga-Methode, die zu dieser göttlichen Vereinigung führt.

 

A - B  |  C - D  |  E - G  |  H - L  |  M - P  |  R - S  |  T - Z