Krise oder spirituelle Chance?

30. März 2020

Eine Botschaft von Bruder Chidananda

Meine Lieben,

während die Tage und Wochen vergehen und immer mehr Menschen in der ganzen Welt gezwungen werden, wegen der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie große Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen, senden wir alle hier in Paramahansa Yoganandas Ashrams Ihnen immer und immer wieder unsere Gebete, unsere Liebe und unser Wohlwollen – eine eindringliche Bestätigung der geistigen Verbundenheit, die uns alle eint. Und auch wir fühlen Ihre Gebete und sind tief berührt von Ihren Zeichen göttlicher Freundschaft, die so wunderbar die weltweite Familie der Anhänger Paramahansajis mit einer Schwingung gegenseitiger Unterstützung und geistiger Kraft durchdringt, die fühlbar ist und wieder Mut macht.

Es heißt, dass schwierige Zeiten auch etwas Gutes haben: Sie rufen oft auf ungewöhnliche Weise das Beste in uns hervor – wenn wir es zulassen. Jede Krise, jede Katastrophe oder Bedrohung in der Geschichte hat uns gezeigt, dass Menschen auf zweierlei Arten darauf reagierten: Entweder ließen sie sich von den Ängsten, den Einschränkungen und der mitleidlosen Eigensucht ihrer unkontrollierten Gedanken und ihres ungeschulten Willens beherrschen – oder sie nutzten diese schwierige Zeit als Motivation, um die wunderbaren göttlichen Eigenschaften und die verborgene Kraft ihrer unbesiegbaren Seele zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Jeder von uns kann diese (oder auch jede andere) Zeit einer Weltkrise als bedeutsamen Moment in seiner Weiterentwicklung als Person betrachten. Lassen Sie uns zu den Seelen gehören, die in künftigen Jahren auf diese schwierige Zeit zurückblicken und sagen: »Ja, das war damals, als ich die Gelegenheit ergriff und die Ergebnisse meines jahrelangen geistigen Studiums und meiner Bemühungen, mich selbst zu verbessern, erfahren habe. Das war, als ich einen inneren Sprung machte: vom bloßen Nachdenken über geistige Eigenschaften, die ich ›eines Tages‹ zu erlangen hoffte, zu der Fähigkeit, sie wirklich zu leben.«

Wenn man die Situation vom Standpunkt des Glaubens und eines spirituellen Verständnisses betrachtet, dann haben all die harten Prüfungen, welche die Menschheit heimsuchen, nur einen Zweck: auf die Lektionen hinzuweisen, die nötig sind, um die geistige Evolution unseres Planeten zu beschleunigen. Wie ich schon bei anderen Gelegenheiten gesagt habe, bin ich davon überzeugt, dass das Wesentlichste dessen, was die Menschheit an diesem Punkt in der historischen Entwicklung braucht, von Paramahansa Yogananda gezielt und prägnant in den überkonfessionellen, positiven und allgemeingültigen Zielen und Idealen der SRF/YSS dargelegt wurde. Wenn wir diese Chance bewusst ergreifen, dann wird dies nicht in erster Linie eine Phase der Bedrängnis und Entmutigung sein. Vielmehr wird es eine Zeit, in der wir herausgefordert wurden und uns dieser Herausforderung gestellt haben – eine Zeit, in der wir alles taten, was in unserer Macht stand, um jeden Augenblick, Tag für Tag, Paramahansajis befreiende Ideale als unsere eigenen anzunehmen.

Welch ein Segen ist es doch für uns, dass uns die SRF/YSS-Lehren gegeben wurden, die geistigen Werkzeuge, die wir brauchen, um auf dem Schlachtfeld des Lebens als voll ausgerüstete göttliche Krieger aufzutreten, die gut bewaffnet sind: mit machtvollen positiven Gedanken und dem Willen, nach ihnen zu handeln, mit dem Wissen um den starken Einfluss von Geist und Seele auf die Gesundheit des Körpers, mit den nötigen Fähigkeiten, um »Böses durch Gutes, Leid durch Freude, Grausamkeit durch Güte, Unwissenheit durch Weisheit zu besiegen« und mit dem Mut und dem Vertrauen eines Eroberers. Und wenn schwierige Lebensumstände das auf die Probe stellen, was wir auf dem geistigen Weg studiert haben, dann wollen wir alles, was wir in uns aufgenommen haben, auch umsetzen – vom Lernen zum Handeln. Im Verlauf dieses Prozesses werden wir Kräfte entdecken, von denen wir vielleicht nichts wussten, und ein praktisches, von Intuition geleitetes Verständnis für die richtigen Maßnahmen und (am allerwichtigsten) eine immer wachsende Fähigkeit zu lieben. In Situationen, die die äußeren Stabilitätsfaktoren in unserem Leben infrage stellen, wollen wir lernen, unseren eigenen Ängsten und der eigenen Unsicherheit entgegenzutreten und sie Gott zu geben, anstatt ihnen zu erlauben, uns so zu beeinflussen, dass wir uns anderen gegenüber reizbar und ungeduldig verhalten. Das Beispiel freundlicher, heiterer, ruhiger und innerlich gefestigter Menschen, die regelmäßig meditieren, ermutigt andere das Gleiche zu tun. Auf diese Weise wirken Herausforderungen – wie die gegenwärtigen – nicht nur positiv auf unser eigenes geistiges Wachstum, sondern auch auf das aller, mit denen wir zu tun haben und auf die ganze Menschheit.

Auch wenn jeder von Ihnen in dieser Zeit mit eigenen Herausforderungen kämpfen muss, so weiß ich doch, dass Sie in Ihrem Herzen ein tiefes Mitgefühl hegen für die vielen anderen Seelen in der ganzen Welt, deren Leben und Sicherheit durch die Coronavirus-Pandemie erschüttert wurden. Und ich bin dankbar und tief bewegt, dass so viele von Ihnen sich mit den Ordensjüngern der Self‑Realization Fellowship und der Yogoda Satsanga Society of India im täglichen Gebet verbinden und nicht nur für die beten, die der Heilung bedürfen, sondern auch für die Gesundheitsversorgung und andere überaus wichtige Dienstleister in vielen Lebensbereichen, die durch ihre Befähigung, ihr Mitgefühl und ihren Mut uns allen helfen. Ich bitte Sie dringend, auch weiterhin zu beten und Paramahansa Yoganandas Heiltechnik durchzuführen – entweder bei sich zu Hause oder während einer der vielen Gruppenmeditationen im SRF Online-Meditationszentrum.

Schützen Sie sich und andere, indem Sie die Gesundheits- und Hygienevorschriften befolgen, die für Ihre Region festgelegt wurden. Und wenn Sie durch das »Kontaktverbot« ein wenig mehr freie Zeit haben, dann nehmen Sie das dankbar an, um sich selbst innerlich zu bereichern und auch alle, mit denen Sie in Kontakt sein dürfen und denen Sie durch ihr richtiges Handeln dienen. Als eine nach außen hin getrennte, aber innerlich vereinte Schar von Seelen, wollen wir uns auch weiterhin mit der Kraft und Inspiration aus dem Unendlichen Göttlichen Quell aufladen. Wenn wir Herz und Geist auf die Gegenwart Gottes einstellen und Ihn zum Polarstern unseres Bewusstseins machen, werden wir sicher und erfolgreich unseren Weg in dieser dunklen und schwierigen Zeit finden und dabei unseren Teil zu einer kontinuierlichen geistigen Evolution der gesamten Menschheitsfamilie beitragen.

Mögen Gott und Guru Sie allezeit segnen und leiten

Bruder Chidananda

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