Hundertjahrfeier der Ankunft Paramahansa Yoganandas im Westen

18. September 2020

Inspiration aus dem September-Newsletter

Paramahansa Yoganandas erste Rede im Westen – eine unvergängliche Botschaft

Yogananda in Boston mit Delegierten auf dem Internationalen Kongress religiöser Liberaler im Oktober 1920. Auf diesem Kongress hielt er seine erste Rede in Amerika über »Religion als Wissenschaft«.

In diesem Monat begehen wir die Hundertjahrfeier der bedeutsamen Ankunft Paramahansa Yoganandas in Amerika am 19. September 1920.

Kurz nach seiner Ankunft begann er, die Organisation ins Leben zu rufen, die er später Self-Realization Fellowship nannte. Sie wurde mit dem Ziel gegründet, die Wissenschaft des Kriya-Yoga zu verbreiten, die er von Indien mitgebracht hatte. Noch zu Lebzeiten des Gurus wuchs die SRF so stark, dass es überall auf der Welt Mitglieder gab. Seit seinem Heimgang im Jahre 1952 nimmt der Einflussbereich der Lehre Yoganandas zu, und weltweit folgen ihr immer mehr Menschen.

Zu Ehren von Yoganandas historischer Landung in Boston vor einhundert Jahren blicken wir zurück auf seine allererste Rede in den Vereinigten Staaten: »Religion als Wissenschaft«. Nur etwas mehr als zwei Wochen nach seiner Ankunft sprach Yogananda beim Kongress religiöser Führer aus der ganzen Welt und hielt eine fesselnde Rede über die universelle Spiritualität Indiens – zeitlose und doch zeitnahe Ideale, die neu waren für viele Menschen im Westen und die doch bestens geeignet sind für das moderne wissenschaftliche Zeitalter.

Yogananda betonte, dass wahre Religion nicht dogmatisch ist, sondern allumfassend und dass sie auf dem Konzept »Gott ist Glückseligkeit« beruht. Er sprach über die Intuition – mit ihrer Hilfe kann man Gott tatsächlich erleben und nicht nur über Ihn diskutieren. Das Wichtigste aber war, dass er seinen Zuhörern erzählte, dass es eine praktische Methode gäbe, welche die eigenen verborgenen intuitiven Kräfte der Gotteswahrnehmung erwecken könnte. Diese Methode enthält Techniken, mit denen man die Lebenskraft bewusst beherrschen kann – Techniken, die die Wissenschaft des Kriya-Yoga einschließen, in die er etwa hunderttausend Menschen zu seinen Lebzeiten eingeweiht hat. Diese Methode wird auch heute noch durch seine SRF-Lehrbriefe verbreitet.

Es folgen einige kurze Auszüge aus »Religion als Wissenschaft«, eine ausführliche Präsentation der bahnbrechenden Rede Yoganandas in Buchform, die von der SRF zum ersten Mal in den 1920er Jahren veröffentlicht und erst kürzlich von der SRF als besondere Hundertjahrfeier-Ausgabe publiziert wurde.

»Unsere Auffassung von Gott muss uns täglich, nein, stündlich innere Führung bedeuten; sie sollte uns dazu anregen, Ihn mitten im Alltag zu suchen.«

»Wenn wir uns Gott nicht so vorstellen, dass wir ohne Ihn nichts unternehmen können, ob es sich um die Erfüllung eines Wunsches, um das Verhältnis zu unseren Mitmenschen, um Geldverdienen, um Bücherstudium und Examensnöte, um die geringsten oder die höchsten Pflichten handelt, dann spielt Gott offensichtlich noch keine Rolle in unserem Leben.«

»Alles, was uns der Verstand vermitteln kann, ist Teilwissen, d.h. ein flüchtiger Einblick in das Wesen der Dinge. Betrachtet man eine Sache mit dem Verstand, sieht man sie nicht so, als ob man eins mit ihr wäre; man sieht sie als etwas von sich Getrenntes. Intuition jedoch … ist direktes Erfassen der Wahrheit. Es ist die Intuition, durch die man zum Bewusstsein der Glückseligkeit oder zu Gott gelangen kann.«

»Dieses Bewusstsein der Glückseligkeit (oder Gottes) kann unser ganzes Tun und Denken durchdringen – wenn wir es zulassen.«

»Wir können Gott nur dadurch erkennen, dass wir uns selbst erkennen, denn unser wahres Wesen gleicht dem Seinen. Gott erschuf den Menschen sich zum Bilde. Wenn ihr die hier erwähnten Methoden lernt und gewissenhaft übt, werdet ihr euch selbst als glückseligen Geist erkennen und Gott verwirklichen.«
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