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Im Gedenken an Bruder Anandamoy (1922-2016)

10. September 2016 

 

Unser verehrter Bruder Anandamoy war ein direkter Jünger von Paramahansa Yogananda und mehr als 65 Jahre Mönch der Self-Realization Fellowship. Er ist am Dienstagabend, am 6. September 2016, im internationalen Hauptsitz der SRF in Frieden heimgegangen.

Bruder (Swami) Anandamoy wurde von vielen Menschen sehr geliebt und tief verehrt. Er inspirierte Tausende durch sein selbstloses Leben, sein tiefes Verständnis des geistigen Lebens und der Kriya-Yoga Lehre Paramahansa Yoganandas. Unzähligen Gottsuchern in der ganzen Welt hat er ein dauerhaftes Vermächtnis für ihr geistiges Leben hinterlassen, indem er sie all die Jahre ermutigt und ihnen auf ihrem Weg zu Gott geholfen hat.

 

Eine kurze Biographie

Bruder Anandamoy wurde am 1. November 1922 als Henry Schaufelberger in Zürich, in der Schweiz, geboren. Bereits als Jugendlicher lernte er die östliche Philosophie kennen und begann schon bald seine eigene Suche nach geistiger Erleuchtung. Aber wie, so fragte er sich, konnte er einen erleuchteten Lehrer finden, der ihm den Weg weisen würde? »Nachdem ich die Schule beendet hatte, arbeitete ich zwei Jahre lang im Geschäft meines Vaters - eine frustrierende Erfahrung!«, erinnerte er sich. »Zu dieser Zeit hatte ich kein Interesse mehr an der Hindu-Philosophie, denn ich hatte jede Hoffnung aufgegeben, jemals einen Guru zu finden. Ich schlug eine künstlerische Laufbahn ein und wurde drei Jahre später in die Vereinigten Staaten eingeladen, um bei dem berühmten Architekten Frank Lloyd Wright zu studieren.« 1948 kam er in Amerika an und entdeckte dann sogleich die Autobiographie eines Yogi von Paramahansa Yogananda. »Ich verschlang dieses Buch. In meinem Herzen wusste ich, dass ich gefunden hatte, wonach ich mich sehnte. Und ich fasste den festen Entschluss, die Lehre Paramahansa Yoganandas zu studieren und Gott zu finden.«

Einige Monate später reiste Bruder Anandamoy nach Los Angeles in der Hoffnung, den großen Meister zu sehen. Sie begegneten sich zum ersten Mal im Tempel der SRF in Hollywood nach einem Sonntagsgottesdienst, den Paramahansaji gehalten hatte. »Es war ein unvergessliches Erlebnis«, sagte Bruder Anandamoy. »Nach dem Gottesdienst setzte sich der Meister auf einen Stuhl, und die meisten der Anwesenden gingen zu ihm, um ihn zu grüßen. Als ich schließlich vor ihm stand, hat er meine Hand genommen, und ich schaute in jene tiefen, leuchtenden, liebevollen Augen. Kein Wort wurde gesprochen. Aber ich fühlte, wie eine unbeschreibliche Freude durch seine Hände und Augen in mich einströmte.«

Bruder Anandamoy trat 1949 als Mönch in den Ashram der Self-Realization Fellowship ein und war gesegnet, persönlich von Paramahansaji geschult zu werden – bis zum Heimgang des großen Gurus zu Beginn des Jahres 1952. Im November 1957 legte er das endgültige Mönchsgelübde (Sannyas) ab und erhielt den Namen Anandamoy (d.h. erfüllt von göttlicher Glückseligkeit). Im April 1958 wurde er zum Geistlichen der SRF ernannt; Sri Daya Mata leitete beide Zeremonien.

Während seines langen Lebens als Ordensjünger wurde er damit betraut, dem Werk seines Gurus auf vielfältige Weise zu dienen. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte die Landschafts- und Gartengestaltung des Lake Shrine, bevor dieser 1950 eröffnet wurde. Auch half er beim Bau der India Hall und der Lotostürme, die auf dem Gelände des Hollywood Tempels und Ashram-Zentrums errichtet wurden, und er diente als Koch im SRF-Café in Hollywood. Seine Tätigkeit als Geistlicher begann in den fünfziger Jahren. Und im Laufe der folgenden Jahre war er verantwortlicher Geistlicher der SRF-Tempel in Hollywood, Encinitas, Phönix, Lake Shrine, Pasadena und Fullerton. Außerdem unternahm er zahlreiche Reisen nach Indien und diente dort der von Paramahansaji gegründeten Yogoda Satsanga Society. Er gab Einweihungen in den Kriya-Yoga und hielt im ganzen Land Vorträge vor großem Publikum. Im Laufe der Jahre leitete er auch verschiedene Ashram-Zentren der SRF.

Bruder Anandamoy war viele Jahre lang Mitglied des Direktoriums der Self-Realization Fellowship und der Yogoda‑Satsanga Society of India. Sri Daya Mata übertrug ihm auch die Aufgabe, die SRF-Mönche geistig zu leiten. Dieses Amt hatte er jahrzehntelang inne, und er war ein beliebter geistiger Berater und Mentor.

Paramahansaji hatte angedeutet, dass es Bruder Anandamoy bestimmt sei, zu lehren und öffentliche Vorträge zu halten. Aufgrund dieser Rolle wird man ihn noch lange in Erinnerung behalten. Über vier Jahrzehnte hinweg unternahm Bruder Anandamoy ausgedehnte Reisen in den USA, in Europa und Indien. Und er wurde als einer der beliebtesten und meist geachteten Geistlichen geschätzt, der SRF-Mitglieder und Nichtmitglieder gleichermaßen inspirierte mit seinen einprägsamen Erläuterungen der Lehre Paramahansa Yoganandas, den persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Meister und seinen weisen, mitfühlenden Ratschlägen.

Liebevolle Pronams für einen geliebten Mönch

Während wir Bruder Anandamoy unsere liebevollen Pronams senden, können wir uns mit dem Gedanken trösten, dass er nun vereint ist mit Gott und mit dem Guru, dem er sein Leben auf so vollkommene Weise gewidmet hat. Wir können auch dankbar sein für die vielen Audio- und Videoaufnahmen, die seine liebenswerte Ausstrahlung bewahren und seine ermutigende und einfühlsame Unterweisung. Wir laden Sie dazu ein, einige dieser besonderen Momente mit Bruder Anandamoy auf der SRF-Website und der SRF-YouTube-Site zu erleben (nur in englischer Sprache):

Im SRF-Online-Buchladen werden zwei Broschüren von Bruder Anandamoy angeboten sowie weitere Audio- und Videoaufnahmen.

 

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