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Unsere Verbindung mit dem ewigen Quell der Liebe stärken

2. Mai 2019

Brother Chidananda
Bruder Chidananda, Präsident und geistiges Oberhaupt der Self-Realization Fellowship/Yogoda Satsanga Society of India

Meine Herzensgebete und auch die der anderen Mönche und Nonnen in Paramahansa Yoganandas Ashrams schließen alle ein, die in den letzten Monaten von der weltweit verübten Serie gewaltsamer und hasserfüllter Taten betroffen waren.

In Zeiten wie diesen braucht jede Nation und jede Glaubensgemeinschaft – die ganze Weltfamilie der Kinder Gottes auf Erden – eine viel tiefere Verbindung zum ewigen göttlichen Quell der Liebe, der Harmonie, der Heilung und der Sicherheit. In dem Bewusstsein, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, wollen wir uns ganz besonders auf den unsichtbaren, aber sehr machtvollen Strom der göttlichen Gnade konzentrieren, der überall in die Herzen und das Denken fließt. Diese Gnade offenbart sich als wachsender Mut, als stärkerer Glaube an das Gute in allen Menschen, als unerschütterlicher innerer Frieden und als Weisheit – Eigenschaften, mit deren Hilfe man dieser Bedrohung unseres individuellen und gemeinschaftlichen Wohls entgegenwirken kann.

Wenn wir die gegenwärtigen Ereignisse unter der Lupe geistigen Verstehens betrachten, das wir durch ein echtes Erleben der Gegenwart Gottes in Meditation und Gebet erlangen, fühlen wir automatisch, wie Freundlichkeit, Fürsorge und gegenseitige Unterstützung eines jeden Mitglieds unserer weltweiten Familie in uns aufsteigt. Ganz gleich, welcher Nation oder Religion wir auch angehören, wir alle sind Kinder Gottes und werden in gleichem Maße von Ihm geliebt, und unser eigenes Wohlbefinden ist mit dem aller anderen verwoben. Ich bestärke die Mitglieder unseres weltweiten Gebetskreises sowie alle Menschen, die guten Willens sind, darin, sich ganz bewusst im vereinten Gebet zu bemühen, der Liebe und Weisheit neue Wege zu ebnen, damit alle, die Leid erfahren, und alle, die Leid verursacht haben, Hilfe und Heilung erfahren.

Obgleich wir uns in einem aufsteigenden Zeitalter befinden und wissen, dass Gottes Licht letzten Endes über die Dunkelheit siegen wird, ist es ganz natürlich, dass unser menschlicher Geist und unsere menschlichen Emotionen mit Gefühlen der Verwundbarkeit, der Furcht, des Ärgers und der Enttäuschung reagieren, wenn wir mit ansehen müssen, wie unschuldige Seelen in den Aufruhr dieser instabilen Welt geraten und die Möglichkeiten, konstruktiv dagegen anzugehen, scheinbar begrenzt sind. Aber als Verehrer des göttlichen Quells aller Liebe, aller Weisheit und allen Mitgefühls können wir viel tun.

Zuerst müssen wir uns vor Augen halten, dass wir nicht allein sind. In der heiligen Bhagavad-Gita versichert uns der Herr: »Immer wenn die Tugend entartet und das Laster vorherrscht, verkörpere Ich Mich als ein Avatar. In jedem Zeitalter erscheine Ich in sichtbarer Gestalt, um die Tugendhaften zu schützen, das Böse auszurotten und die Gerechtigkeit wiederherzustellen.« Unser eigener verehrter Guru, Paramahansa Yogananda, erinnert uns immer wieder daran, dass die weltverändernden Lehren und Techniken der Gottverwirklichung, die der Menschheit in unserem gegenwärtigen Zeitalter gegeben wurden, eine unmittelbare Offenbarung dieses göttlichen Versprechens der Gita sind. Nun liegt es an uns, von ihnen Gebrauch zu machen.

Als Nächstes wollen wir die Energie unserer emotionalen Reaktionen dazu nutzen, unsere disziplinierte Hingabe an den Weg des Lichts und der aufsteigenden Evolution mit neuer Intensität zu durchdringen. Wenn wir unser Bewusstsein jeden Tag auf die Fülle der Wahrheit und Gnade einstellen, die uns durch den Weg der SRF/YSS (oder einem anderen Weg, dem wir folgen) zuteilwird – vor allem durch zusätzliche Bemühungen in der Meditation und durch Zeit, die wir in den Armen Gottes verbringen –, können wir Furcht in Glauben verwandeln sowie Ärger in ruhigen Mut und den Wunsch, Menschen in Not zu helfen. Dann verbinden wir uns erneut mit der uns angeborenen göttlichen Kraft unserer Seele, die uns über das Gefühl der Hilflosigkeit erhebt, damit Gottes grenzenlose Kraft und Liebe frei durch uns hindurchfließen kann.

Aus dieser umfassenden Reaktion auf die globale Krise unserer Zeit werden die konkreten Lösungen hervorgehen, die wir so dringend benötigen – auf individueller, sozialer, politischer und gewiss auch auf spiritueller Ebene. Ich bete inständig darum, dass jeder Einzelne von Ihnen diese Gewissheit im eigenen Herzen fühlt. Wie Paramahansaji uns eindringlich ermahnte: »Wir sollten uns bemühen, so zu werden wie jene Gottmenschen, die immer wieder auf die Erde gekommen sind, um uns den Weg zu weisen. Wenn wir einander lieben und reines Verständnis bewahren, so wie sie es lehrten und uns vorlebten, wird es Frieden geben.«

Möge das Leben eines jeden von uns Gottes Licht und Liebe in dieser Welt widerspiegeln

Bruder Chidananda

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