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Vergebung
Auszüge aus den Schriften Paramahansa Yoganandas

In manchen heiligen Schriften ist Gott der Rächer, immer darauf bedacht, uns zu strafen. Jesus jedoch zeigte uns das wahre Wesen Gottes. ...Er vernichtete Seine Feinde nicht durch »zwölf Legionen Engel«, sondern überwand das Böse mit der Kraft göttlicher Liebe. Sein Handeln bewies die höchste Liebe Gottes und zeigte, wie sich jene verhalten, die eins mit Ihm sind.

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»Man muss bereit sein, jede Kränkung zu vergeben«, heißt es im Mahabharata (ein bedeutendes indisches Epos, in dem auch die Bhagavad-Gita enthalten ist). »Es steht geschrieben, dass das Fortbestehen des Menschengeschlechts auf Vergebung beruht. Vergebung ist Heiligkeit. Vergebung hält das Universum zusammen. Vergebung ist die Macht der Mächtigen; Vergebung ist Opfer; Vergebung ist Ruhe des Geistes. Vergebung und Sanftmut sind Eigenschaften derer, die Selbstbeherrschung üben. Sie verkörpern die ewige Tugend.«

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Wenn ein Mensch einen Fehler begeht, verzeiht er sich sehr schnell; doch wenn ein anderer einen Fehler macht, verurteilt er den Betreffenden sofort. Stattdessen solltet ihr aufrichtig mit euch sein: Versetzt euch in die Lage des anderen, um zu erkennen, wie schnell ihr bereit seid, euch zu verzeihen. Warum könnt ihr nicht ebenso schnell anderen verzeihen? Die Menschen machen Fehler nicht deshalb, weil sie von Natur aus böse sind, sondern weil es ihnen an Unterscheidungskraft fehlt. Sie lassen sich eher von den Impulsen ihrer Unwissenheit leiten. … Denkt immer daran: Liebe verändert die Menschen.

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»Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.« Einst bat ich Gott, mir diesen kompromisslosen Rat genauer zu erklären. »Herr«, fragte ich zweifelnd, »kann man das wirklich?« Als die Göttliche Stimme mir schließlich antwortete, gab sie mir diese demütigende und zugleich erleuchtende Botschaft: »Wie viele Male, o Mensch, vergebe ich einem jeden von euch täglich?«

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So wie Gott uns ständig vergibt, obwohl Er all unsere unrechten Gedanken kennt, so haben natürlich auch alle, die vollkommen in Ihm aufgegangen sind, diese Liebe.

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Hört nie auf, Gutes zu tun, ganz gleich, wie viele Schläge von anderen ihr dafür einstecken müsst. Es gibt Tausende von Menschen, die eure Bemühungen zu schätzen wissen, und einige wenige, die das nicht tun. Wenn sie euch mit ihrer Lieblosigkeit kreuzigen, dann sagt euch: »Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« Tut weiterhin Gutes, um Gott zu gefallen, einschließlich der Bemühung, Missverständnisse auszuräumen. Seid kein Fußabstreifer und verbündet euch auch nicht mit dem Bösen, sondern unterscheidet tief innerlich zwischen den Seelen der Menschen und ihren fehlgeleiteten Handlungen, und schenkt ihnen aufrichtige Liebe. Auf diese Weise werdet ihr Herrschaft über euch selbst gewinnen und einen inneren Frieden erlangen, den die Handlungen anderer euch nicht mehr rauben können.

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Wer das Christusbewusstsein erlangen will, muss lernen, mit anderen mitzufühlen. Wenn euer Herz echtes Mitgefühl empfindet, beginnt sich jenes große Bewusstsein in euch zu entfalten. ...Sri Krishna sprach: »Ein hochentwickelter Yogi betrachtet alle Menschen voller Gleichmut...«

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Mit Zorn und Hass erreicht man gar nichts. Die Liebe dagegen ist wirkungsvoll. Ihr könnt jemanden einschüchtern, doch sobald er sich davon erholt hat, wird er versuchen, euch zu ruinieren. Wie könnt ihr ihn also besiegt haben? Es ist euch nicht gelungen. Nur ein Weg führt zum Sieg – die Liebe. Und wenn ihr nicht siegen könnt, verhaltet euch ruhig, oder zieht euch zurück und betet für ihn. Das ist die Art, wie ihr lieben müsst. Wenn ihr euch darin übt, werdet ihr einen Frieden erlangen, der höher ist als alle Vernunft.

 
Affirmation

Heute will ich allen vergeben, die mich je gekränkt haben. Ich will allen dürstenden Herzen meine Liebe schenken – solchen, die mich lieben, und solchen, die mich nicht lieben.

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